Ein Tag als Kammerkaetzchen/Kammerdiener
Samstag 3.10Uhr
Das dezente, aber bestimmte Pieeeeeeeeeeeeeeeeeep meiner Waschmaschine erlöst mich. Müde schnibbel ich das letzte Möhrchen klein und stecke es zu den anderen in die Plastiktüte. Danach beginne ich zahlreiche Hemden, Blusen, Schürzen, Spitzenbodys, Socken und Unterhemden auf sämtliche Heizkörper, Stühle, Tische und sonstige Aufhängungsmöglichkeiten meiner kleinen Wohnung zu verteilen und schlurfe danach in mein Bett, das von meinem Freund schon mollig vorgewärmt wurde.
10.00Uhr
Ich bin noch müde, aber schon wach, als mein Wecker anfängt zu klingeln. Ich entscheide mich noch eine Runde zu snoozen und kuschel mich an den warmen Bauch von Stephan, der mich liebevoll in den Arm nimmt. Noch 4 Stunden und 10 Minuten bis zum Treffen
10.30Uhr
Aufstehen, Kaffee kochen, Toast. Schnell den Ofen vorgeheizt, ich bringe heute Pestobrot und Rohkost als Verpflegung mit, vorbereitet habe ich alles gestern nach dem letzten Auftritt, während die Waschmaschine lief. Claudia kümmert sich um Brötchen, Käse und Wurst und gibt damit ihren „Einstand“ bei uns Großen. Im Vorjahr tanzte sie schon bei der Jungend mit. Stephan muss noch ein paar Dinge besorgen und ich beginne schon mal damit, den nicht kleiner werden wollenden Berg Weißwäsche zu bügeln…
12.30Uhr
Langsam mache ich mir Gedanken, wo Stephan bleibt. Ich rufe an. Er ist schon auf dem Heimweg. An den Kassen war einfach zu viel los. Das Pestobrot ist abgekühlt und ich packe es zusammen mit den anderen Essenssachen in eine Tüte. Gerade erst zur Tür hereingekommen, bekommt Stephan das Bügeleisen überreicht. Denn ich muss mich jetzt Schminken. Nach dem Bügeln macht sich Stephan schnell etwas zu essen und trinkt einen halben Kaffee. Die Zeit ist knapp. Während ich noch meinen Pony frisiere, trägt Stephan schon mal unseren Kram ins Auto. Letzter Kostümcheck. Oh Schreck - mein Unterrock fehlt! Nochmal schnell in die Wohnung flitzen, was für ein Stress. Keiner von uns weiß genau warum? Vielleicht haben wir am Morgen einfach zu viel getrödelt, wie immer…
13.39Uhr
Endlich im Auto und genug Zeit, um zum Melaten zu fahren.
14.55Uhr
Ankunft Melaten - die meisten sind schon da. Auch einige vom Vorstand, allen voran unser Präsident, haben sich angekündigt, um uns heute zu begleiten.
Wir richten es uns im Bus ein, die Kleidersäcke kommen mit Saughaken an die Fenster, Jacken und Schals werden verstaut, Getränke werden in den Bus getragen. Auf zwei Sitzen, die mit Plastik abgedeckt sind, bauen wir das Essen auf.
14.10Uhr
Wir rollen! Präsident, Tanzgruppenleiter und Busfahrer sprechen ein paar Worte zur Begrüßung.
15.00 Uhr Rösrather Möbelzentrum, Auftritt Kammerkätzchen und Kammerdiener die Erste.
Wir ziehen uns im Bus um und rennen schnell vom Bus ins Möbelzentrum. Erste Frage: Wo sollen wir tanzen? Auf der freigeräumten Fläche, die eigentlich als Bühne geplant war, stören tiefhängende Lampen. Und wo überhaupt soll vorne sein, wenn die Zuschauer, größtenteils Kunden auf Samstag-Shoppingtour, von allen Seiten gucken können?
Wir marschieren mit dem heimischen Dreigestirn ein. Spontan entschließen wir uns, den ersten Tanz in die eine und den zweiten Tanz in die andere Richtung und so weiter zu tanzen, damit jeder einmal die optimale Sicht hat. So ein richtiges Auftrittsgefühl kommt irgendwie nicht auf. Sind doch recht wenig Leute da. Die Musik kommt sehr leise vom CD-Player, die Luft ist angenehm temperiert und gar nicht stickig, ganz anders als in den meisten Sitzungssälen.
3. Tanz Kasatschok. Das Abschlussbild unseres letzten regulären Tanzes bildet, genau wie das Anfangsbild unseres ersten Tanzes, die gedrehte Großeziehfigur, Markenzeichen der Kammerkätzchen. Der Rekord im Drehen wurde vom DEM Kathrinchenpaar schlecht hin, Inge und Heinz, aufgestellt, ganze 26-mal. Der Rekord der Kammerkätzchen 2012 lag bei 7 ½ mal im Training und 7mal auf der Bühne. Drei Drehungen sind Standard, spätestens bei Nummer 4 zählt die gesamte Gruppe mit, von Drehung zu Drehung lauter. Als bei Nummer 5 das gesamte Möbelzentrum mitzählte, hatte uns der Ehrgeiz gepackt. Nummer 6 leichtes Rutschen links, ich schließe meine Hände noch fester um die Handgelenke der Mädels, die auch ihren Griff verstärken. Nummer sieben - wir stehen wie eine Wand, Nummer acht, neuer Rekord, es folgte Nummer neun, Kai, der, den man nie sieht, der mich aber festhält und sichert, korrigiert mich leicht. Nummer zehn, es rutsch immer mehr und einen Absturz möchte ich nicht riskieren. Außerdem haben wir noch weitere Auftritt, es gilt Kräfte einzuteilen. Ich rufe „Stopp“. Stephan dreht aus Nummer 11. Noch einmal halten und bis zehn zählen, abbauen und wir alle grinsen übers ganze Gesicht. Ich könnte Platzen vor Freude! Unser Präsident spendiert uns das nächste Fässchen. Im Bus ist der Jubel groß. Die Pannemann-Weste geht von Nils an Sebi.
15.42Uhr
Abfahrt nach Solingen. Im Bus ist die Stimmung super, schnell etwas trinken und einen Happen essen. Die vergangenen Wochen haben ihren Tribut gefordert und eine verspannte Schulter fordert den ersten Einsatz unseres Masseurs Didi.
16.32
Ankunft in Solingen. Die Einwohner schauten nicht schlecht, als wir mit unseren riesigen Bus ankommen.
16.45Uhr
Kammerkätzchen die Zweite. Der Name "Senioren Sitzung" wurde den meisten Zuschauern nicht gerecht, die zu 90% noch sehr fit und agil waren. Die Bühne ist recht schmal, dafür aber sehr tief und hat eine gute Höhe. Ich treffe Mareike bei der K*tz-Mühle mit dem Schuh am Ohr, mit unserem Gegenpaar machen wir eine dritte Reihe auf, um weiter Zusammenstöße zu vermeiden.
17.08Uhr
Wir müssen uns etwas beeilen. Mit strammen Schritten gehen wir zum Bus, es bleibt noch Zeit für eine schnelle Zigarette. Axel gibt Manöverkritik zu den vergangenen Auftritten und klärt organisatorisch Dinge wie die nächsten Auftritte, denn später werden noch unsere diesjährige Schnüsse Tring Liane Hess und der WDR zu uns stoßen. Ein umgeknickert Daumen sorgt für den zweiten Auftritt von Didi. Die Pannemann-Weste geht von Sebi an Micha
18.05Uhr
Vom Bus müssen wir einige hundert Meter bis zum Hintereingang laufen, wir bleiben bis kurz vor dem Auftritt in der Umkleide, da es unten im Foyer, das eher einer Kneipe gleicht, sehr eng ist.
18.35Uhr
Kammerkätzchen die Dritte. Die Bühne ist gut, die Stimmung super, lediglich das Geländer sorgt dafür, dass wir die Ziehfigur weiter hinten aufbauen müssen, da sonst die Hängemädels mit den Beinen dagegen stoßen könnten. Das heißt für uns, dass wir direkt nach dem Abbauen wieder nach vorne müssen, damit Platz ist für den Wurf…
Eigentlich sind drei Auftritt am Tag am Wochenende Standards. Aber so Schlag auf Schlag und mit kaum Zeit zum Essen wird es schon mal zur Kraftprobe. Mein Tanzpartner fängt an zu kämpfen, ich probiere noch mehr zu springen, um es ihm leichter zumachen.
Am Ende vom 2. Tanz verpasst es unser Tanzgruppenleiter fast auf die Bühne zukommen, telefonierte er kurz vorher noch sehr hektisch. Ausmarsch nach dem 3. Tanz - im Mittelgang steht unser Gruppenleiter: winkt hektisch. Kaum aus dem Saal raus, rennen wir, keiner weiß warum, denn laut Plan haben wir eigentlich endlich etwas Luft. Im Bus dann die Aufklärung: bei der Colombinen Sitzung im Tanzbrunnen gab es eine Planänderung, unser Austritt muss früher stattfinden. Um 19.30 sollen wir auf der Bühne stehen, laut Achim`s Navi werden wir um 19.35 am Tanzbrunnen sein.
Die Pannemann-Weste geht von Micha an Alex.
19.22Uhr
Kammerkätzchen die Vierte.
Achim hat mal wieder das Unmögliche möglich gemacht. Mit ein paar Minuten Luft kommen wir an und rennen durch die weißen Vorzelte in den Tanzbrunnen. Liane und der WDR warten schon auf uns. Beim 2. Tanz verlässt mich etwas die Kraft, mein Tanzpartner spricht mir gut zu und die Paare, die aus Platzgründen am Rand stehen, feuern uns an. Aus Zeitgründen nur 2 Tänze, die Colombinen freuen sich, dass alles noch geklappt hat und wir ihnen so entgegen kommen konnten. Ich freue mich, das es nur zwei Tänze waren, weil ich mir einen dritten Tanz nicht mehr zugetraut hätte. Nach dem Auftritt ein kurzes Interview für den WDR, der auch unseren Auftritt gefilmt hat. Abfahrt zur Köln Arena
20.16Uhr
Ankunft Köln Arena und zum ersten mal Luft… Wir können im Backstage etwas Suppe und Popcorn essen und schauen über den Monitor der Luftflotte zu. Spalier stehen für die Luftflotte, ein schöner Brauch unter Tanzgruppen, um sich gegenseitig Respekt für die Leistung zu zeigen und oft auch Möglichkeit zum Informationsaustausch. So bekommen wir die Info, dass wohl hinten links die Bühne nicht ganz so in Ordnung sei.
Wieder in der Umkleide haben wir Zeit, die Beine hochzulegen, ein paar dösen auf den Boden. Didi kümmert sich um einen leicht geschwollenen Knöchel und um müde Muskeln.
21.30Uhr
Kammerkätzchen die Fünfte.
Brings hat die Arena zum kochen gebracht. Für uns ist es schon der 2. Abend in Folge in der Arena und so sind auch all die Frischlinge nicht mehr ganz so nervös. Wir tanzen unseren Jubiläumstanz mit Ende Kasatschok, das Ziel, die Ziehfigur am Ende noch mal 11mal zu drehen, verfehlen wir. Zum ersten Mal können wir in Ruhe zum Bus gehen.
22.05Uhr
Abfahrt zum letzten Auftritt nach Bonn-Duisburg. Wir ziehen uns in den Duschen der Mehrzweckhalle um, das Publikum ist gut drauf. Ein letztes Mal stellen, Stephan motiviert noch einmal alle. Letzter Auftritt - noch einmal alles geben.
Kammerkätzchen die Sechste. Wir hauen noch einmal alles raus was geht. Ohne Zugabe lässt uns das Publikum nicht von der Bühne. Kaum aus dem Saal, ruft der erste "Feierabend" und unser Präsident hat es sich nicht nehmen lassen, uns einen Kranz zu spendieren. Es gibt nichts Besseres, als ein leckeres Kölsch oder Kölsch Cola k nach so einem Tag. Auf der Heimfahrt nach Köln feiert Lara in ihren Geburtstag rein, die Arme hat derzeit eine Bindehautentzündung und tanzt fast blind. Wir essen die Reste vom Proviant. Die Pannemann-Weste geht von Alex an David. Am Parkplatz dann ein Bier oder selbstgemachten Baileys bevor wir ins Jan aufbrechen…
0.32Uhr
Ankunft im Jan.
Es dauert meist über eine halbe Stunde, bis man allen die man kennt Hallo gesagt hat, es ist voll und die Stimmung ist gut. Man tauscht sich über vergangene Auftritte aus, tanzt und lacht zusammen. Länger als auf eine Cola bleiben Stephan und ich jedoch nicht, wir sind beide müde und schließlich ist morgen um 12Uhr Abfahrt. Bis dahin muss das Weißzeug gewaschen und gebügelt sein. Außerdem habe ich mich zum Kaffee kochen gemeldet. Der erste Auftritt wird uns nach Holland führen, so haben wir wenigstens Zeit im Bus etwas Schlaf nach zu holen.
1.45Uhr
Endlich zuhause und es wiederholt sich das immer gleiche Ritual… Ich stopfe meine Wäsche in die Maschine, fülle Waschmittel ein, stell auf 30°C Pflegeleicht und springe schon mal unter die heiße Dusche. Stephan stopft sein Zeug rein und stellt die Maschine an.
Im Bett kribbeln meine Beine und ich brauche eine Weile bis ich wegdöse.
Das schrille pieeeeeeeeeeeeep meines Weckers reizt mich aus dem Schlaf, ich kletter müde aus dem Bett und schlurfe in die Küche, die Waschmaschine schleudert noch, noch 2 Minuten bis sie piept. Ich verteile die Hemden, Blusen, Schürzen, Spitzenbodys, Socken und Unterhemden in meiner Wohnung und schlurfe wieder ins Bett. Ein Blick auf die Uhr, es ist Sonntag 3.25Uhr,
Ein Hoch auf unseren Busfahrer
Eine Tanzgruppe besteht aus einer ganzen Reihe von Leuten und nicht alle sind TänzerInnen. Im Hintergrund gibt es noch zahlreiche helfende Hände, die dafür sorgen, dass Auftritte gebucht, Termine koordiniert, Kostüme genäht oder verteilt werden, Training geleitet wird, Tänze choreographiert werden, alle immer auf dem Laufenden sind, und, und, und…
Und dann gibt es da eine Person, die zwar nicht das ganze Jahr über dabei ist, ohne die aber der teilweise enorme Terminstress nicht zu bewältigen wäre und die somit ein fester Bestandteil der Gruppe ist. Diese Person ist Achim. Achim ist Busfahrer, aber nicht irgendein Busfahrer, Achim fährt Karnevalsgruppen, um genau zu sein, Achim fährt uns.
Eine Tanzgruppe von einem Auftritt zum anderen zu fahren, ist anders als eine Reisegruppe nach Spanien zu kutschieren. Denn der Bus ist in der Session unser zweites Zuhause. Er dient nicht nur als Mittel zum Zweck um von A nach B zukommen, vielmehr ist er auch Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Umkleidekabine, Kommandostab, teilweise auch Krankenzimmer und Aufwärmhalle. Hier wird geschlafen, gegessen, gelesen, gelernt, verarztet, getröstet, gefeiert, gelacht und im Notfall auch mal eben schnell die Tänze umgestellt.
Gerade wenn es zeitlich eng wird, wie z.B. am Samstag, als wir gerade nur 40 Minuten zwischen Einmarsch im Wartesaal und Einmarsch im Maritim hatten, ist ein guter Busfahrer genauso unersetzlich wie gute Planung. Kaum ist man mit dem ersten Fuß aus dem Saal gehüpft, rennt man also zu seinen Sachen, mit viel Glück schafft man es noch mit beiden, teilweise aber auch nur mit einem Bein in die Wärmehose, ein Teil läuft direkt ohne Wärmehosen in den Bus, der Motor läuft schon. Der letzte kann gerade noch rein springen, da schließt sich auch schon die Tür und Achim gibt Gas. Da wird dann auch mal auf der Straße vorm Wartesaal gewendet, was von Achim viel Geschick und von den anderen Verkehrszeitnehmer viel Verständnis abverlangt. Auch das schwungvolle Abfahren von Autobahnabfahrten und dynamisches Kurvenfahren gehört zum Standardrepertoir dieser Spezies Busfahrer und spätestens nach 2 Wochen hat auch der letzte Frischling bei uns die optimale Einklemmposition gefunden, um auch bei einer noch so schwungvollen Kurve sich im Stehen die Schürze oder das Halsband zu binden. Dinge, die nicht gewaschen oder aufgefüllt werden müssen, können wir auch im Bus lassen, z.B. die Standarte, unser Maskottchen, Getränke, etc.
Gleichzeitig ist Achim wohl auch einer unser größten Fans und Kritiker. Kaum ein anderer sieht mehr Auftritte von uns und kann daher abschätze, ob der Auftritt nun Bombe oder Mittelmaß war. So kann es dann auch vorkommen, dass der ein oder andere von uns beim Einsteigen in den Bus eine Anmerkung zu hören bekommt oder unserem Tanzgruppenleiter das Lob nach einem besonders guten Auftritt vorneweg genommen wird. Nicht selten gibt Achim nach unserem Leiter auch noch einen Kommentar ab, wenn er etwas anderer Meinung ist. Schließlich kann er Auftritt ganz anders bewerten. Kleine Fehler oder Unstimmigkeiten fallen ihm nicht so auf wie der Leitung oder unserer Trainerin. Gleichzeitig kennt er uns aber gut genug, um eine schwache von einer starken Leistung zu unterscheiden, egal wie begeistert das Publikum war….
Also noch mal ein dickes Dankeschön an Achim, der coolsten und nettesten Busfahrer überhaupt mit dem obercoolsten Bus…
eine Woche voller Dankeschoens
Die Session ist kaum zwei Wochen alt, schon muss ich unseren Auftrittsplan zur Hand nehmen, um die Auftrittsorte zuordnen zu können, um euch auf dem Laufenden zu halten. Natürlich schafft es nicht jeder Auftritt in den Blog. Das würde einfach den Rahmen sprengen. Aber all die Highlights auf der Bühne, im Bus oder drum herum werde ich hier mit euch teilen. Versprochen!
Da wäre zuerst der Auftritt am 13.01. bei CenterTV. Besonders nicht nur weil wir dort unsere Gesellschaft und Tanzgruppe vorstellten, sondern auch, weil auf den Tag genau die Gesellschaft ihren 111-jährigen Geburtstag hatte. Leider war es im Studio so eng, dass nur drei Paare tanzen konnten. Für uns Kammerkätzchen ist dies aber kein Problem, da wir alle dasselbe tanzen, macht es für uns kaum einen Unterschied, ob wir mit elf oder nur mit drei Paaren tanzen. So finden wir selbst auf und im Notfall auch vor, der kleinsten Bühne Platz…
Am Freitag folgte auch das erste Highlight fern von Bühne oder Bus. Unser Kätzchen Lisa lud nach dem letzten Auftritt zur „Kätzchenparty“.
Die Getränke stellte der Verein, der Nudelsalat kam von Lisa mit und ohne Tomaten. So saßen wir dann bis in die Morgenstunden zusammen bei Bierche un Verzällcher.
Hier noch mal ein ganz großes Dankeschön an Lisa, die übrigens das erste Jahr bei uns tanzt und sich schon sehr engagiert, ob mit der Party oder als Geburstagsfee.
Am Samstag wurde es dann etwas turbulent. Kaum im Bus klingelte das Handy von unserem Tanzgruppenleiter Axel Busse. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch schon die ersten Brocken, die wir aufschnappen konnten, reichten uns. „Leute umziehen, da droht bestimmt ein Loch im Programm!“ rief der erste durch den Bus und schon wurden Blusen, Hemden und Schürzen ausgepackt. Axel bestätigte unseren Verdacht und gut 10 Minuten später standen wir fertig im Autohaus Dirkes in Köln-Ehrenfeld. Uns blieb gerade noch genug Zeit, dem Garde Corps Grün-Weiß mit ihrem Tanzpaar Nicole Hamacher und Thomas Faßbender zuzuschauen.
Vor ihrer Zeit als Marie von Grün-Weiß war Nicole nämlich ein Kammerkätzchen. So erinnerte sie auch noch teilweise an unser Brings Medley und gab der Kapelle den richtigen Takt an. Vielen Dank hierfür.
Nach einem gelungenen Auftritt hieß es ab zum Bus und zu Aldi. Aldi? Ja genau Aldi! Wir brauchten neue Getränke. Und so wurde der Bus mit jeder Menge Wasser und Apfelschorle bestückt. Und nun? Vor dem nächsten Auftritt hatten wir ein großes Loch. „Wir könnten zu mir fahren“ schlug Kammerkätzchen Manu vor. Ein kurzer Anruf bei der Mama mit der Notiz, dass bald 25+ Leute vor der Tür stehen. Unser Busfahrer Achim nahm Kurs nach Sankt Augustin. Die Nachbarn staunten nicht schlecht als ein Reisebus vor ihrer Tür hielt. Manus Papa hat es am Ende vielleicht ein klein wenig bereut an Tür zustehen und uns mit Handschlag begrüßen. Habt ihr schon mal 25+ Hände geschüttelt. In der Küche erfreute uns Manus Mama mit frischen Kaffee (am Ende waren es an die fünf Kannen). Wir erfreuten den örtlichen Pizza-Dienst mit einer Großbestellung. Er schaffte es tatsächlich, uns nach nur 30 Minuten Wartezeit satt und glücklich zu machen. Auch hier wieder vielen Dank an Manu und ihre Familie, den Pizzadienst und natürlich auch an Achim den besten Busfahrer aus Köln!!! Gut gestärkt ging es dann zum nächsten Auftritt nach Troisdorf.
Die letzte Station an diesem Samstag war Ahrweiler, eher bekannt für Wein, als für Karneval. Ein besonderer Auftritt, denn Josina, ein ehemaligen Kammerkätzchen, war anwesend und so gab es ein freudiges Wiedersehen. Trotz später Stunde, die Sitzung hatte etwas Verzug, und obwohl wir die letzte Nummer waren, war die Stimmung im Saal immer noch super. Kaum auf der Bühne warnte uns der Elferrat, dass die Bühne etwas wackelig sei… „Naja für uns ist das kein Problem, aber vielleicht sollten Sie ihre Gläser festhalten“. Und tatsächlich wir brachten nicht nur die Bühne, sondern die ganzen Saal zum Beben. Nach dem Auftritt wurde unser Tanzgruppenleiter noch angesprochen, ob wir, nach dem wir gezeigt hatten, wofür Köln bekannt ist, nicht auch mal kosten wollen, wofür denn Ahrweiler bekannt sei. Jetzt muss nur noch ein Termin für die Weinprobe gefunden werden. Danach ging es ratzfatz nach Hause. Denn es war spät geworden. In nur 10 Stunden war wieder Treffen und bis dahin galt es nicht nur zu schlafen, sondern auch noch zu waschen und zu bügeln.
Am nächsten Morgen traf man sich dann etwas müde, aber mit bester Laune wieder. Etwas Kaffee würde ersteres bestimmt beheben und so stand einem super Tag nichts mehr im Wege. Moment mal Kaffee? Ups, da war doch was. Wir hatten vergessen, uns um Kaffee zu kümmern. Zum Glück haben de Höppemötzjer denselben Treffpunkt und wie es der Zufall so will, trafen sie sich zur selben Zeit und teilten gerne ihren Kaffee mit uns. So gab es noch einen kurzen Erfahrungsaustausch. Wart ihr schon da? Wie ist die Bühne dort? Passt hier auf die Decke auf!!! Leider blieb nicht viel Zeit für ein langes Schwätzchen.
Für uns ging es nach Bochum. Ein Karnevalsjeck aus dem Pott, der schon seit Jahren immer nach Köln zur Schnüsse- Tring-Sitzung fährt, wollte ein Stück Rheinland importieren. Ich mag solche Sitzungen sehr gerne. Denn im Pott ist eher Gardetanz, als der rheinische Tanzstil mit viel Akrobatik vertreten. Das Publikum ist meist schon von einem simplen Schultersteher beeindruckt und bei den großen Figuren oder Würfen stockt ihnen der Atem.
Aber auch wir staunen nicht schlecht über Gardenmädels mit Alufolie in den Haaren, damit die Zöpfe nicht fransen und diversen Verrenkungen und „In-den-Spagat-springen“! Tut denen das nicht weh?
Obwohl wir nur mit der halben Gruppe tantzen und sich selbst diese Paare vor und auf der Bühne verteilen mussten, kam das Publikum aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein schöner Auftritt!!! Nach einer kleinen Stärkung ging es nach einem kurzen Abstecher nach Referat wieder nach Köln.
Der letzte Auftritt für das Wochenende war die Miljöhsitzung unserer Gesellschaft im Pullmann. Ich glaube, ein bisschen flau war uns allen im Magen. Hatten wir doch im Vorfeld so viel über die Pullmann Bühne in diesem Jahr gehört. Die Boxen und Scheinwerfen hängen genau über der Bühne, dabei ist die Decke nicht besonders hoch. Schon ein paar Mariechen haben sich an den harten Kanten verletzt. Eine besondere Herausforderung für unsere Jungs, die jetzt vor jeder Figur erst mal einen prüfenden Blick nach oben warfen. Zu recht, wie sich schon im 1. Tanz zeigte, denn das ein oder andere Mal war es doch recht knapp. Wir Mädels mussten um die Boxen herumtanzen. Als Dankeschön für unsere Arbeit schenkte uns die Gesellschaft bestickte Handtücher. Wir als Gruppe beschenkten unseren Leiter mit einer Sessionspackung Haribo. Nach dem Auftritt blieben wir noch eine Weile vor Ort, um den Jungs von Brings zu lauschen oder mit ein paar von den hellige Knäächte un Mägde Koffer-Minigolf zu spielen. Viele von uns blieben nicht bis zum Ende der Sitzung, das Wochenende hat uns dann doch geschlaucht und so manch einer musste noch Hausaufgaben machen.
eine ereignissreiche Woche
So, da bin ich wieder! Etwas spät, aber besser spät als nie. In den vergangenen Tagen ist auch wieder viel passiert.
Die gesamte letze Woche war sehr anstrengend, denn auch unter der Woche gab es zahlreiche Tage, an denen wir im 00.00 Uhr noch auf der Bühne standen. Gerade für die von uns, die nicht aus Köln sind, ist das besonders hart, da wird schon mal Urlaub genommen oder der morgendliche Kaffee fällt doppelt so stark aus.
Highlights? Natürlich! Einige und auch einige Anekdoten.
Wir Tanzgruppen bilden eine ganz besondere kleine Fraktion in dem Karnevals Business, denn wo Büttenredner und Bands Geld bekommen und oft sogar ihren Lebensunterhalt damit bestreiten, heißt es für uns Tänzer am nächsten Morgen immer: ab zur Arbeit, in die Schule oder zur Uni. Zwar bekommt die Gruppe Geld, wir Tänzer „arbeiten“ jedoch ehrenamtlich, das Geld fließt in die Gruppe, also Kostüme, Training, Musik, Bus, Verpflegung, etc. Natürlich bekommt man auch das ein oder andere Leckerli, als Gemeinnütziger Verein ist das aber auch begrenzt.
Trotz oder gerade deshalb wird man von den Meisten „Stars“ im Karneval immer freundlich, ebenbürtig und meist auch mit größtem Respekt behandelt, wissen sie alle doch, dass wir das ganze Jahr durch mehrmals die Woche hart trainieren. Auch das vor und nach einem Auftritt unterscheidet sich kaum zwischen Tanzgruppen oder Bands, da wird schnell noch gestellt und abgesprochen, daran erinnert was beim vorherigen Auftritt nicht so optimal lief und kaum ist man raus aus dem Saal und in der Umkleide, wird auch schon mal gemeckert, überall die Kleinigkeiten, die nicht 100% waren. Das ist so, war schon immer so und es wird wohl auch immer so bleiben, egal ob man seit einem, fünf oder 40 Jahren auf der Bühne steht, bemerkte auch Erry Stoklosa, Gründungsmitglied der Bläck Föös. Egal ob Musik- oder Tanzgruppe, egal wie gut der Auftritt und wie begeistert das Publikum war, denn gerade diese Selbstkritik ist es auch, die einen immer besser werden lässt, auch wenn sie im „Post-Auftrittsstress“ manchmal etwas harsch ausfällt.
Wir trainieren ein gesamtes Jahr über hart, um dann in den paar Wochen Session maximale Leistung zu bringen. Eine Arbeit, die das Publikum nicht sieht und auch nicht sehen soll. Da ist es immer wieder schön, wenn der Präsident auch das Publikum daran erinnert, wie viel Zeit, Schweiß und Arbeit in unserer Leistung steckt und wie viele zusammen gebissene Zähne und harte Arbeit es braucht, um am Ende mit einem strahlenden Lächeln auf der Bühne zu stehen und alles spielendleicht wirken zu lassen… So nannte uns z.B. Joachim Wüst, Vizepräsident des Festkomitees Kölner Karneval, bei einem Auftritt im Kristallsaal der Messe „die letzten Idealisten des Karnevals“. Ich glaube, da ist es nicht nur uns warm ums Herz geworden. Vielen Dank!!!
Das folgende Wochenende sollte für uns alle eine Härteprobe werden. Zuerst fiel ein Mädchen krank aus, deshalb trafen wir uns etwas früher, um wichtige Figuren umzustellen und dann mussten wir noch kurz für die sogenannten „Hofner“, also Lachende Kölnarena, Phillipshalle, etc. ein bisschen umstellen. Da wir dort nur einen Tanz präsentierenn stellen wir unser Programm immer leicht um und packen so viele Highlights wie möglich in diesen einen Tanz. Von unserer Trainingshalle geht es dann direkt zum Treffpunkt, die zum Glück nur ein paar hundert Meter auseinander liegen und ab zum ersten Auftritt.
Leider sollte dieser Auftritt Folgen haben. Nicht jeder Bühne ist das Maritim oder Gürzenich und neben Deckenhöhen, Bühnengrößen, Kabeln und Boxen müssen wir auch manchmal mit dem Untergrund kämpfen. Da heißt es im Kopf immer ganz wach sein und die Augen überall haben. Aber manchmal reicht all das nicht aus und so wurde mir eine Kante auf der Bühne zum Verhängnis. Beim letzen Tanz landete ich nach einer Hebung genau auf einer Kante zwischen zwei Bühnenelementen, knicke um und musste noch im Tanz raus gehen. Das Paar hinter uns zog direkt auf unsere Position und in den letzten 30 Sekunden des Tanzes stellten die Paare auf meiner Seite schnell das Abschlussbild um, damit es nicht auffällt. Auch diese "Flexibilität" im Kopf ist etwas, was bei uns geübt wird.
Viel Zeit sich Sorgen zu machen blieb nicht, der nächste Auftritt wartete schon und wir mussten uns sehr beeilen. Im Bus wurde es dann etwas hektisch. Während unser Busfahrer Achim wieder einmal bewies was er drauf hat, damit wir es pünktlich nach Dormagen schaffen, hieß es für uns: Nerven behalten. Unser Betreuter Didi kümmerte sich um mich und meinen dicker werdenden Knöchel, die Tanzgruppenleitung stellte die Tänze um, der Rest der Gruppe zog sich schon mal um. Absolute Ruhe und Konzentration als die Umstellungen bekannte gegeben wurden und schon geht es in den Saal, wo das Publikum schon tobte. Trotz kurzfristiger und massiver Umstellungen bewiesen alle Nerven und lieferten eine perfekte Show ab, die Zuschauer waren aus dem Häuschen. Leider hatten wir keine Zeit für die Zugabe, denn in Köln wurden wir bereits sehnsüchtig erwartet. Schon vor dem Auftritt in Dormagen kam die Anfrage, ob wir früher da sein könnten, ein Programpunkt sei ausgefallen.
Also flogen wir von der Bühne in den Bus und zurück nach Köln zum Auftritt, der auch der letzte für heute sein sollte. Während ein Großteil der Gruppe den Abend im „Jan“ ausklingen ließ, ging es für mich, samt Gruppenleiter, Freund und Betreuer ins Krankenhaus. Schnell stand fest, gerissen oder gebrochen ist nichts, Salbe schiene und Montag zum Orthopäden. Wann und ob ich noch mal fit werde, war mit einem großen Fragezeichen versehen.
Also wieder in die Halle - für den Fall der Fälle planen, denn schließlich gab es an diesem Wochenende noch einige Auftritte zu bestreiten, unter anderem die Phillipshalle. Mir blieb nichts anderes übrig, als meinen Fuß hochzulegen, zu kühlen, einzucremen und das Beste zu hoffen, während die anderen die Bühnen rockten.
Am Montag dann bange Stunden beim Arzt. Da wurde gerückt und gedreht, gebeugt, geflext bis der Arzt zu dem Urteil kam, dass mein Knöchel zwar noch nicht ganz in Ordnung ist, die Bänder aber soweit stabil sind und die Schwellung genug abgeklungen ist, um mit dem Rest der Gruppe wieder durch zu starten. Et hätt noch immer jot jejange, mehr kann man dazu wohl nicht sagen. Es ist immer sehr traurig, wenn man in der Session ausfällt, nicht nur für die Gruppe, grad für einem selber ist es besonders schwer, wenn man ein Jahr hart trainiert hat und dann wegen einer Verletzung ausfällt. Leider kommt es immer wieder vor, so verletzten sich dieses Jahr u.a. schon Anna-Sophia, die Marie der Ehrengarde, ein Tänzer bei den Höppemötzjer beim einen Auftritt. Zum Glück weiß ich bis jetzt von keiner Verletzung, die für einen Totalausfall sorgte. Toi Toi Toi.
Auch ich konnten bereits am Dienstag in Pulheim wieder dabei sein, als wir unser Versprechen einlösten und alle unserer 4 Tänze präsentierten. Das letztemal waren wir so knapp mit der Zeit, dass es nicht möglich war.
Es geht los!
Nun denn, dieses Jahr ist es an mir, euch mit unserem Sessionsblog auf dem Laufenden zuhalten. Wenn auch leicht verspätet hier ist er also... .
Ich tanze jetzt das 2. Jahr bei den Kammerkätzchen und kann schon jetzt sagen, dass ich bisher noch nie mit so einer tollen Truppe in die Session gestartet bin und dass, wo ich schon ein paar Jahre und Tanzgruppen hinter mir habe. Die Sterne stehen gut und ich habe das Gefühl, das diese Session eine wird, über die man noch lange reden wird. Nicht nur weil unsere Gesellschaft 111 Jahre alt wird und wir mit neuem Kostüm und Tanz am Start sind.
Denn bereits in der Vorsession gab es erste Highlights
Zu nennen wäre da u.a. ein Auftritt in Düsseldorf. Die Information, dass wir 2 Stunden später dran sind, erreichte uns vor Ort und so kam es denn, dass wir gemeinsam den Mc Donalds stürmten, wie passend, das gerade Fortuna gesiegt hatte. An dieser Stelle möchte ich auch mal mit dem Gerücht aufräumen, es gäbe eine Feindschaft zwischen Köln und Düsseldorf. Das Publikum und auch die anderen Künstler, freuten sich über unseren Besuch und nach einem sehr gelungenem Auftritt gab es Standig Ovations für uns Kätzchen und Diener.
Danach hieß es wieder alle Mann in des Bus, es geht zurück. Auf dem Weg zum Bus staunten 3 von uns nicht schlecht, als sie am Fußgängerüberweg einen Bus sahen, der genauso aussah wie unser Bus.
"Guck mal! Das sieht aus wie unser Bus"
"Ja, stimmt"
"Du, ich glaube... das IST unser Bus"
Tja das kommt davon, wenn gefragt wird, ob jeder seinen Tanzpartner hat und ein komplettes Paar trödelt. Alle eingesammelt ging es dann zurück nach Köln.
Auch in der Session ließen die lustigen Momente nicht auf sich warten. Ein Tippfehler sorge dafür, dass wir einer Nachtschwester den Abend versüßten, als wir geschlossen vor der Tür des Seniorenwohnheim standen, der Auftritt war
ca. 200m weiter die Straße runter.
Auch ein nennenswerter Auftritt war bei der "Dellbröcker Boore Sitzung nor för Häre" der KG UHU, wie der Name schon sagt eine Herren-Sitzung. Kaum angekommen ging es schon auf die Bühne, viel früher als geplant, denn es drohte ein Loch im Programm. Ein super Publikum, das auch zu später Stunde noch richtig Stimmung machten und so gar nicht zu dem doch leider oft schlechten Ruf von Herrensitzungen passte. Wir begeisterten das Publikum, der Präsident war von uns begeisert und wir von der Sitzung. So muss es sein!
Ihr seht schon, manchmal geht es etwas chaotisch zu, aber der Auftrittsplan ist voll, der Bus gebucht, die Schürzen gestärkt und die Hemden gebügelt. Wir sind bereit die Säale zuerobern!















































