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eine ereignissreiche Woche

So, da bin ich wieder! Etwas spät, aber besser spät als nie. In den vergangenen Tagen ist auch wieder viel passiert.

Die gesamte letze Woche war sehr anstrengend, denn auch unter der Woche gab es zahlreiche Tage, an denen wir im 00.00 Uhr noch auf der Bühne standen. Gerade für die von uns, die nicht aus Köln sind, ist das besonders hart, da wird schon mal Urlaub genommen oder der morgendliche Kaffee fällt doppelt so stark aus.

Highlights? Natürlich! Einige und auch einige Anekdoten.

Wir Tanzgruppen bilden eine ganz besondere kleine Fraktion in dem Karnevals Business, denn wo Büttenredner und Bands Geld bekommen und oft sogar ihren Lebensunterhalt damit bestreiten, heißt es für uns Tänzer am nächsten Morgen immer:  ab zur Arbeit, in die Schule oder zur Uni. Zwar bekommt die Gruppe Geld, wir Tänzer „arbeiten“ jedoch ehrenamtlich, das Geld fließt in die Gruppe, also Kostüme, Training, Musik, Bus, Verpflegung, etc. Natürlich bekommt man auch das ein oder andere Leckerli, als Gemeinnütziger Verein ist das aber auch begrenzt.

Trotz oder gerade deshalb wird man von den Meisten „Stars“ im Karneval immer freundlich, ebenbürtig und meist auch mit größtem Respekt behandelt, wissen sie alle doch, dass wir das ganze Jahr durch mehrmals die Woche hart trainieren. Auch das vor und nach einem Auftritt unterscheidet sich kaum zwischen Tanzgruppen oder Bands, da wird schnell noch gestellt und abgesprochen, daran erinnert was beim vorherigen Auftritt nicht so optimal lief und kaum ist man raus aus dem Saal und in der Umkleide, wird auch schon mal  gemeckert, überall die Kleinigkeiten, die nicht 100% waren. Das ist so, war schon immer so und es wird wohl auch immer so bleiben, egal ob man seit einem, fünf oder 40 Jahren auf der Bühne steht, bemerkte auch Erry Stoklosa, Gründungsmitglied der Bläck Föös. Egal ob Musik- oder Tanzgruppe, egal wie gut der Auftritt und wie begeistert das Publikum war, denn gerade diese Selbstkritik ist es auch, die einen immer besser werden lässt, auch wenn sie im „Post-Auftrittsstress“ manchmal etwas harsch ausfällt.

Wir trainieren ein gesamtes Jahr über hart, um dann in den paar Wochen Session maximale Leistung zu bringen. Eine Arbeit, die das Publikum nicht sieht und auch nicht sehen soll. Da ist es immer wieder schön, wenn der Präsident auch das Publikum daran erinnert, wie viel Zeit, Schweiß und Arbeit in unserer Leistung steckt und wie viele zusammen gebissene Zähne und harte Arbeit es braucht, um am Ende mit einem strahlenden Lächeln auf der Bühne zu stehen und alles spielendleicht wirken zu lassen… So nannte uns z.B. Joachim Wüst, Vizepräsident des Festkomitees Kölner Karneval, bei einem Auftritt im Kristallsaal der Messe „die letzten Idealisten des Karnevals“. Ich glaube, da ist es nicht nur uns warm ums Herz geworden. Vielen Dank!!!

Das folgende Wochenende sollte für uns alle eine Härteprobe werden. Zuerst fiel ein Mädchen krank aus, deshalb trafen wir uns etwas früher, um wichtige Figuren umzustellen und dann mussten wir noch kurz für die sogenannten „Hofner“, also Lachende Kölnarena, Phillipshalle, etc. ein bisschen umstellen. Da wir dort nur einen Tanz präsentierenn stellen wir unser Programm immer leicht um und packen so viele Highlights wie möglich in diesen einen Tanz. Von unserer Trainingshalle geht es dann direkt zum Treffpunkt, die zum Glück nur ein paar hundert Meter auseinander liegen und ab zum ersten Auftritt.

Leider sollte dieser Auftritt Folgen haben. Nicht jeder Bühne ist das Maritim oder Gürzenich und neben Deckenhöhen, Bühnengrößen, Kabeln und Boxen müssen wir auch manchmal mit dem Untergrund kämpfen. Da heißt es im Kopf immer ganz wach sein und die Augen überall haben. Aber manchmal reicht all das nicht aus und so wurde mir eine Kante auf der Bühne zum Verhängnis. Beim letzen Tanz landete ich nach einer Hebung genau auf einer Kante zwischen zwei Bühnenelementen, knicke um und musste noch im Tanz raus gehen. Das Paar hinter uns zog direkt auf unsere Position und in den letzten 30 Sekunden des Tanzes stellten die Paare auf meiner Seite schnell das Abschlussbild um, damit es nicht auffällt. Auch diese "Flexibilität" im Kopf ist etwas, was bei uns geübt wird.

Viel Zeit sich Sorgen zu machen blieb nicht, der nächste Auftritt wartete schon und wir mussten uns sehr beeilen. Im Bus wurde es dann etwas hektisch. Während unser Busfahrer Achim wieder einmal bewies was er drauf hat, damit wir es pünktlich nach Dormagen schaffen, hieß es für uns: Nerven behalten. Unser Betreuter Didi kümmerte sich um mich und meinen dicker werdenden Knöchel, die Tanzgruppenleitung stellte die Tänze um, der Rest der Gruppe zog sich schon mal um. Absolute Ruhe und Konzentration als die Umstellungen bekannte gegeben wurden und schon geht es in den Saal, wo das Publikum schon tobte. Trotz kurzfristiger und massiver Umstellungen bewiesen alle Nerven und lieferten eine perfekte Show ab, die Zuschauer waren aus dem Häuschen. Leider hatten wir keine Zeit für die Zugabe, denn in Köln wurden wir bereits sehnsüchtig erwartet. Schon vor dem Auftritt in Dormagen kam die Anfrage, ob wir früher da sein könnten, ein Programpunkt sei ausgefallen.

Also flogen wir von der Bühne in den Bus und zurück nach Köln zum Auftritt, der auch der letzte für heute sein sollte. Während ein Großteil der Gruppe den Abend im „Jan“ ausklingen ließ, ging es für mich, samt Gruppenleiter, Freund und Betreuer ins Krankenhaus. Schnell stand fest, gerissen oder gebrochen ist nichts, Salbe schiene und Montag zum Orthopäden. Wann und ob ich noch mal fit werde, war mit einem großen Fragezeichen versehen.

Also wieder in die Halle - für den Fall der Fälle planen, denn schließlich gab es an diesem Wochenende noch einige Auftritte zu bestreiten, unter anderem die Phillipshalle. Mir blieb nichts anderes übrig, als meinen Fuß hochzulegen, zu kühlen, einzucremen und das Beste zu hoffen, während die anderen die Bühnen rockten.

Am Montag dann bange Stunden beim Arzt. Da wurde gerückt und gedreht, gebeugt, geflext bis der Arzt zu dem Urteil kam, dass mein Knöchel zwar noch nicht ganz in Ordnung ist, die Bänder aber soweit stabil sind und die Schwellung genug abgeklungen ist, um mit dem Rest der Gruppe wieder durch zu starten. Et hätt noch immer jot jejange, mehr kann man dazu wohl nicht sagen. Es ist immer sehr traurig, wenn man in der Session ausfällt, nicht nur für die Gruppe, grad für einem selber ist es besonders schwer, wenn man ein Jahr hart trainiert hat und dann wegen einer Verletzung ausfällt. Leider kommt es immer wieder vor, so verletzten sich dieses Jahr u.a. schon Anna-Sophia, die Marie der Ehrengarde, ein Tänzer bei den Höppemötzjer beim einen Auftritt. Zum Glück weiß ich bis jetzt von keiner Verletzung, die für einen Totalausfall sorgte. Toi Toi Toi.

Auch ich konnten bereits am Dienstag in Pulheim wieder dabei sein, als wir unser Versprechen einlösten und alle unserer 4 Tänze  präsentierten. Das letztemal waren wir so knapp mit der Zeit, dass es nicht möglich war.