Ein Hoch auf unseren Busfahrer

Eine Tanzgruppe besteht aus einer ganzen Reihe von Leuten und nicht alle sind TänzerInnen. Im Hintergrund gibt es noch zahlreiche helfende Hände, die dafür sorgen, dass Auftritte gebucht, Termine koordiniert, Kostüme genäht oder verteilt werden, Training geleitet wird, Tänze choreographiert werden, alle immer auf dem Laufenden sind, und, und, und…

Und dann gibt es da eine Person, die zwar nicht das ganze Jahr über dabei ist, ohne die aber der teilweise enorme Terminstress nicht zu bewältigen wäre und die somit ein fester Bestandteil der Gruppe ist. Diese Person ist Achim. Achim ist Busfahrer, aber nicht irgendein Busfahrer, Achim fährt Karnevalsgruppen, um genau zu sein, Achim fährt uns.

Eine Tanzgruppe von einem Auftritt zum anderen zu fahren, ist anders als eine Reisegruppe nach Spanien zu kutschieren. Denn der Bus ist in der Session unser zweites Zuhause. Er dient nicht nur als Mittel zum Zweck um von A nach B zukommen, vielmehr ist er auch Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Umkleidekabine, Kommandostab, teilweise auch Krankenzimmer und Aufwärmhalle. Hier wird geschlafen, gegessen, gelesen, gelernt, verarztet, getröstet, gefeiert, gelacht und im Notfall auch mal eben schnell die Tänze umgestellt.

Gerade wenn es zeitlich eng wird, wie z.B. am Samstag, als wir gerade nur 40 Minuten zwischen Einmarsch im Wartesaal und Einmarsch im Maritim hatten, ist ein guter Busfahrer genauso unersetzlich wie gute Planung. Kaum ist man mit dem ersten Fuß aus dem Saal gehüpft, rennt man also zu seinen Sachen, mit viel Glück schafft man es noch mit beiden, teilweise aber auch nur mit einem Bein in die Wärmehose, ein Teil läuft direkt ohne Wärmehosen in den Bus, der Motor läuft schon. Der letzte kann gerade noch rein springen, da schließt sich auch schon die Tür und Achim gibt Gas. Da wird dann auch mal auf der Straße vorm Wartesaal gewendet, was von Achim viel Geschick und von den anderen Verkehrszeitnehmer viel Verständnis abverlangt. Auch das schwungvolle Abfahren von Autobahnabfahrten und dynamisches Kurvenfahren gehört zum Standardrepertoir dieser Spezies Busfahrer und spätestens nach 2 Wochen hat auch der letzte Frischling bei uns die optimale Einklemmposition gefunden, um auch bei einer noch so schwungvollen Kurve sich im Stehen die Schürze oder das Halsband zu binden. Dinge, die nicht gewaschen oder aufgefüllt werden müssen, können wir auch im Bus lassen, z.B. die Standarte, unser Maskottchen, Getränke, etc.

Gleichzeitig ist Achim wohl auch einer unser größten Fans und Kritiker. Kaum ein anderer sieht mehr Auftritte von uns und kann daher abschätze, ob der Auftritt nun Bombe oder Mittelmaß war. So kann es dann auch vorkommen, dass der ein oder andere von uns beim Einsteigen in den Bus eine Anmerkung zu hören bekommt oder unserem Tanzgruppenleiter das Lob nach einem besonders guten Auftritt vorneweg genommen wird. Nicht selten gibt Achim nach unserem Leiter auch noch einen Kommentar ab, wenn er etwas anderer Meinung ist. Schließlich kann er Auftritt ganz anders bewerten. Kleine Fehler oder Unstimmigkeiten fallen ihm nicht so auf wie der Leitung oder unserer Trainerin. Gleichzeitig kennt er uns aber gut genug, um eine schwache von einer starken Leistung zu unterscheiden, egal wie begeistert das Publikum war….

Also noch mal ein dickes Dankeschön an Achim, der coolsten und nettesten Busfahrer überhaupt mit dem obercoolsten Bus…